Konrad Zuse
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Anhang: Konrad Zuse bei Arbeiten an der Z4 (1942)
Konrad Zuse (*
22. Juni 1910 in
Berlin; †
18. Dezember 1995 in
Hünfeld bei
Fulda) war
Bauingenieur, Erfinder des ersten funktionstüchtigen
Computers und Unternehmer (
Zuse KG).
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Herausragende Leistungen
Zuse hat die Methode der
computergerechten Fließkommazahlen auf Basis der Komponenten von
Mantisse und
Exponent theoretisch entwickelt und praktisch realisiert. Mit diesem Verfahren berechnet heute jeder gängige Computer Fließkommazahlen, vom
Taschenrechner bis zum
Cluster.
Durch seine Spezifizierung der Programmiersprache
Plankalkül entwarf er die erste universelle Programmiersprache der Welt.
Mit der Entwicklung, Konstruktion und Errichtung seiner ersten Computer (Z1 bis Z4), die jeweils auf den neuesten Schalter-Technologien aufbauten, schrieb er Forschungsgeschichte. Durch seine spätere Tätigkeit als Computer-Hersteller war er auch in großem Maße an der Einführung des Computers in Unternehmen der Wirtschaft beteiligt.
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Lebenslauf
1928 machte Konrad Zuse sein
Abitur am
Reform-Real-Gymnasium in
Hoyerswerda und ist seit
1995 auch
Ehrenbürger der Stadt.
Zuse schloss
1935 an der
Technischen Hochschule Charlottenburg in Berlin (heute
Technische Universität Berlin) seine Ausbildung als Bauingenieur ab. Er arbeitete daraufhin als Statiker bei den Henschel Flugzeugwerken in
Berlin-Schönefeld. Nur ein Jahr später begann er selbstständig, am Bau eines programmierbaren Rechners zu arbeiten. Vorüberlegungen gingen bis 1934 zurück. Das Resultat war der
1938 fertig gestellte, elektrisch angetriebene mechanische Rechner
Z1 mit begrenzten Programmiermöglichkeiten, der die Befehle von
Lochstreifen ablas. Die
Z1 arbeitete aufgrund von Problemen mit der mechanischen Präzision nie zuverlässig.
1939 wurde Zuse zur Wehrmacht einberufen. Es gelang ihm aber, die Verantwortlichen zu überzeugen, ihn freizustellen, damit er am Bau von Computern weiterarbeiten konnte.
1940 erhielt er von der Aerodynamischen Versuchsanstalt Unterstützung. Er baute die
Z2, eine verbesserte Version mit Telefon
relais. Im gleichen Jahr gründete er seine eigene Firma "Zuse Apparatebau", um programmierbare Rechner herzustellen.
1941 baute er die
Z3. Es war ein Binärrechner mit begrenzter Programmierfähigkeit, mit Speicher und einer Zentralrecheneinheit aus Telefonrelais. Berechnungen konnten programmiert werden, jedoch waren keine bedingten Sprünge und Programmschleifen möglich. Die
Z3 gilt heute i. A. als erster funktionstüchtiger
Computer der Welt.
Der
Zweite Weltkrieg machte es ihm unmöglich, mit Rechnerspezialisten in England und den USA in Kontakt zu treten. Die
Z3 war an der Grenze, den theoretischen Anforderungen der
Turingmaschine zu genügen. Der Beweis wurde erst viel später (
1998) durchgeführt.
Zuses Unternehmen wurde
1945 zusammen mit der
Z3 zerstört. Die teilweise fertiggestellte
Z4 war vorher in Sicherheit gebracht worden. Zuse entwickelte in der Zeit von 1941-1945 auch den
Plankalkül, der als die erste universelle
Programmiersprache der Welt gilt. Allerdings konnte sie auf den damaligen Computern noch nicht
implementiert werden; das gelang erst im Jahr
2000.
Nach dem Krieg gründete Zuse
1949 in
Hünfeld die
Zuse KG. Die
Z4 wurde fertiggestellt und an der
ETH Zürich installiert. Zu jener Zeit war das der einzige funktionierende Computer in Europa und der erste kommerzielle Computer weltweit. Die
Z4 wurde einige Monate früher als die
UNIVAC installiert.
Weitere Computer wurden gebaut, die Typenbezeichnung war immer ein Z und eine fortlaufende Nummer. Herausragend war die
Z11, die der optischen Industrie und Universitäten verkauft wurde, und die
Z22, der erste Computer mit
Magnetspeicher.
1957 wurde der Firmensitz von Hünfeld nach
Bad Hersfeld verlegt. Bis
1967 baute die Firma insgesamt 251 Computer. Ab
1964 stieg Zuse als aktiver Teilhaber aus der Firma aus, sie wurde später von
Siemens übernommen. Zuse erhielt für seine Arbeit mehrfach Auszeichnungen.
1981 wurde ihm die
Ehrendoktorwürde der
Technischen Universität Dresden verliehen. Nach seiner Pensionierung widmete er sich seinem Hobby, der Malerei.
1969 schrieb Zuse das Buch
Rechnender Raum (Details siehe unter Literatur). Darin entwickelte er eine Theorie der
Zellulären Automaten und wendete sie, ähnlich wie später
Stephen Wolfram, auch auf die
Kosmologie an.
Ein funktionstüchtiger Nachbau der
Z3 steht heute im
Deutschen Museum in
München, ein Nachbau der
Z1 befindet sich im
Deutschen Technik-Museum in
Berlin. Dort steht auch eine komplette
Z22 sowie diverse andere Zuse-Systeme. An der Universität Karlsruhe befindet sich noch eine funktionstüchtige
Z22 in kompletter Ausstattung (siehe Artikel
c't 20/02, Seite 100). Ihr weiterer Verbleib ist ungewiss. Eine bis vor kurzem noch funktionsfähige
Z23V befindet sich im Deutschen Technik Museum Berlin (DTMB) (früher: Museum für Verkehr und Technik).
Konrad Zuse wurde
2003 im
ZDF auf Platz 15 unter den größten Deutschen gewählt.
Das
Museum der Stadt Hünfeld (
http://www.huenfeld.de/stadt/kultur_museen_1.htm) hat ebenfalls eine Konrad-Zuse-Abteilung eingerichtet, die einige interessante Exponate (z.B.
Z23,
Z25,
Z64 Graphomat) zeigt.
Siehe auch: Zuse Z3
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Literatur
- Jürgen Alex, Hermann Flessner, Wilhelm Mons u. a.: Konrad Zuse: Der Vater des Computers., 2000, ISBN 3-790-00317-4
- Raul Rojas (Herausgeber): Die Rechenmaschinen von Konrad Zuse, Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-63461-4
- Konrad Zuse: Rechnender Raum, Friedrich Vieweg u. Sohn, Wiesbaden, 1969, ISBN nicht vorhanden, Buch vergriffen, Download siehe Weblinks
- Konrad Zuse: Der Computer – Mein Lebenswerk, Springer, Berlin 1993, ISBN 3-540-56292-3
- Arno Peters, Konrad Zuse: Computer-Sozialismus - Gespräche mit Konrad Zuse, Verlag Neues Leben, Berlin 2000, ISBN 3-355-01510-5
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Weblinks
!!!!!! Von "
http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Zuse"
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