Linux (GNU/Linux), ein modernes Mehrprogrammsystem
Linux läuft als portables Betriebssystem auf verschiedenen Rechnerarchitekturen, wurde aber zunächst für PCs mit Intel-Architektur 80386-Prozessor entwickelt. Das in diesen Rechnern eingebaute BIOS dient nur noch zum Initialisieren der Hardware und zum Hochfahren des Betriebssystem-
Kernels. Die Routinen des BIOS sind jedoch für Mehrprogrammsysteme wie Linux ungeeignet, insbesondere weil der Prozessor durch Warten belastet wird anstatt durch eine – in der Hardware durchaus vorhandene – geschickte Unterbrechungsverwaltung (interrupt handling) auf Ereignisse (sog. events) zu reagieren.
Linux verwendet daher nach dem Starten des Systems eigene Gerätetreiber. Es verteilt die Prozessorzeit auf verschiedene Programme (Prozesse). Jeder dieser Prozesse erhält einen eigenen, geschützten Speicherbereich und kann nur über Systemaufrufe auf die Gerätetreiber und das Betriebssystem zugreifen. Die Programme laufen im Benutzermodus (user mode), während der Kernel im Kernel-Modus (kernel mode) arbeitet. Die Privilegien im Benutzermodus sind sehr eingeschränkt. Abstraktion und Speicherschutz sind nahezu vollkommen, ein direkter Zugriff wird nur sehr selten und unter genau kontrollierten Bedingungen gestattet. Kein Programm kann so das Gesamtsystem gefährden. Linux stellt wie sein Vorbild
Unix eine vollständige Abstraktion und Virtualisierung für nahezu alle Betriebsmittel bereit (
virtueller Speicher, Illusion eines eigenen Prozessors etc.).
Fast vollständige Abstraktion unter Linux
Viele Benutzer greifen zu den sogenannten Linux-Distributionen, die von verschiedenen Firmen, die auch den Support übernehmen, verkauft werden. Diese Distributionen beinhalten nicht nur das Betriebssystem, sondern auch eine große Auswahl weiterer Software zur vereinfachten Handhabung. Erwähnenswert ist hier die grafische Benutzeroberfläche
X11. Programmbibliotheken und ein großer Satz von Werkzeugen (meist Kommandos des
GNU-Projekts) sowie Entwicklungsumgebungen, unter anderem für die Sprache
C, runden das System ab.
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Windows (MS-DOS Erweiterung)
1983 begann die Firma Microsoft mit der Entwicklung eines grafikfähigen Betriebssystemaufsatzes für MS-DOS namens
Windows. Das Dateisystem von DOS und die Gerätetreiber des BIOS wurden um Ansteuerung und Elemente einer Benutzeroberfläche sowie weitere Treiber unter anderem für eine Computermaus ergänzt. Eine Warteschlange für die Ereignisse ermöglichte auch
kooperatives Multitasking. Die erste Version von Windows, die in größeren Mengen verkauft werden konnte, war das
1990 erschienene
Windows 3.0, das überlappende Fenster und eine fast vollständige Grafikkarten-unabhängige Programmumgebung bot, bei der schon damals verfügbaren Anzahl unterschiedlicher Grafikkarten eine nicht zu unterschätzende Leistung.
Aber erst
Windows 3.1, das im April
1992 erschien, lief auch auf den meisten PCs einigermaßen stabil und wurde nicht zuletzt durch die Unterstützung vieler anderer Softwarehersteller und Programmierer auch zum ersten kommerziellen Erfolg. Damit setzte sich Windows auch gegen das Konkurrenzprodukt
OS/2 aus dem Hause IBM durch.
Das System wurde noch im Oktober
1992 um Netzwerkfähigkeiten erweitert, die neue Version hieß
Windows für Workgroups. Im Jahre
1995 erschien das sehr erfolgreiche
Windows 95, das die alten 16-Bit Schnittstellen (jetzt
Win16 benannt) um 32-Bit Schnittstellen (
Win32c) erweiterte und auch sonst Verbesserungen bot. Es setzte immer noch auf MS-DOS auf und konnte sowohl DOS-Programme, ältere Win16-Anwendungen als auch neue Win32c-Anwendungen ausführen. Zugriffsschutz und Speicherverwaltung waren größtenteils nicht vorhanden bzw. sehr rudimentär implementiert. Fehlerhafte Anwendungen oder Gerätetreiber konnten so das System gefährden. Die explosionsartige Verbreitung neuer Erweiterungskarten (Stichwort Plug-and-Play) kombiniert mit dem recht einfachen Design sorgte darüber hinaus für Inkompatibilitäten. Insgesamt brachte dies dem System den Ruf der Instabilität ein.
Trotzdem war das System sehr erfolgreich. Insbesondere von der Möglichkeit direkt auf die Hardware zuzugreifen machten Anwendungen wie Spiele Gebrauch. Die Leistungsfähigkeit der verfügbaren Grafikhardware wurde mit der Zeit beachtlich.
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Windows NT
Das MS-DOS und BIOS-Design der PCs erlaubten keine Weiterentwicklung in Richtung moderner Serverbetriebssysteme. Microsoft begann Anfang der
1990er ein solches Betriebssystem zu entwickeln, das zunächst als Weiterentwicklung von
OS/2 geplant war. Letztendlich erschien es aber unter dem Namen
Windows NT (NT für
New Technology).
Das System sollte
portabel und zuverlässig und damit den damaligen Serverbetriebssystemen mindestens ebenbürtig sein. Über die Hardware wurde eine Abstraktionsschicht, der
Hardware Abstraction Layer (HAL) gelegt, auf den der
Kernel aufsetzte. Verschiedene Gerätetreiber waren als Kernmodule ausgeführt und liefen wie der Kernel im privilegierten
Kernel Mode. Sie stellten Möglichkeiten der E/A-Verwaltung, Dateisystem, Netzwerk, Sicherheitsmechanismen, virtuellen Speicher usw. zur Verfügung. Systemdienste (
System Services) ergänzten das Konzept; wie ihre
UNIX-Pendents, die
daemons, waren sie in Form von Prozessen im
User-Mode ausgeführt.
Abstraktionsschichten unter Windows NT (etwas vereinfacht)
Über so genannte
Personalities wurden dann die Schnittstellen bestehender Systeme nachgebildet, zunächst für Microsofts eigenes, neues Win32-System, aber auch für
OS/2 (ohne Grafik) und POSIX.1, also einer Norm, die eigentlich
Unix-Systeme vereinheitlichen sollte. Personalities liefen wie Anwenderprogramme im unprivilegierten
User-Mode. Das DOS-Subsystem war in Form von Prozessen implementiert, die jeweils einen kompletten PC mit MS-DOS als virtuelle Maschine darstellten; darauf konnte mit einer besonderen Version von Windows 3.1, dem
Windows-on-Windows, auch Win16-Programme ausgeführt werden.
Windows-on-Windows blendete dazu die Fenster der Win16-Programme in das Win32-Subsystem ein, das die Grafikausgabe verwaltete. Das System erlaubte daher die Ausführung von Programmen sowohl für MS-DOS wie für die älteren Windows-Betriebssysteme, allerdings unter vollkommener Kontrolle des Betriebssystems. Dies galt aber nur für die Implementierung für Intel 80386 Prozessoren und dessen Nachfolger.
Programme, die direkt auf die Hardware zugreifen, blieben aber außen vor. Insbesondere viele Spiele konnten daher nicht unter Windows NT ausgeführt werden, zumindest bis zur Vorstellung von WinG, das später in DirectX umgetauft wurde. Ohne die Möglichkeit eines direkten Zugriffs auf die Grafikhardware bzw. -treiber war die Programmierung von leistungsfähigen Actionspielen zunächst auf die älteren Windows-Versionen beschränkt.
Windows NT erschien in den Versionen 3.1, 3.5, 3.51 und 4.0.
Windows 2000 stellte eine Weiterentwicklung von Windows NT dar. Auch
Windows XP,
Windows Server 2003 und Windows Codename Longhorn bauen auf der Struktur von
Windows NT auf.
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Siehe auch
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Weblinks
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Literatur
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193.170.65.247 11:42, 11. Nov 2004 (CET)Christian Ditterich 2004
193.170.65.247 11:42, 11. Nov 2004 (CET)--
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http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebssystem"
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Betriebssystem